Der Rat

Warum braucht es einen Rat für Armutsfragen in der Schweiz?

Armut zeigt sich in der Schweiz als eine beständige Realität. Ca. 750'000 Personen sind armutsbetroffen, 1.4 Mio. Menschen gelten als armutsgefährdet. Ihre Stimmen werden in Politik und Gesellschaft wenig gehört. Betroffene Menschen sind von Stigmatisierung betroffen und haben oft keinen Zugang zu politischen Entscheidungsprozessen, die sie unmittelbar betreffen.

Die politische Partizipation von Menschen mit Armutserfahrung kann in vielfacher Weise positive Wirkungen entfalten. Sie ermöglicht es den Beteiligten, ihre Interessen selbst zu vertreten und ihre Erfahrungsexpertise als Ressource einzubringen. Wenn das Fachwissen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft mit dem Erfahrungswissen von armutsbetroffenen Personen ergänzt und kombiniert wird, können konkrete und nachhaltige Impulse für die Armutsbekämpfung und -prävention entwickelt werden. Politik und Verwaltung profitieren davon, dass Massnahmen so realitätsnäher und wirksamer gestaltet werden können.

Der Rat für Armutsfragen nimmt als dauerhafte Beteiligungsstruktur in der Schweiz eine Vorreiterrolle ein. Er stärkt die politische Partizipation von Menschen mit Armutserfahrung und setzt innovative Impulse in der Armutsprävention und -bekämpfung.


Form: Ständiges Beteiligungsformat

Der Rat für Armutsfragen ist ein Gremium, in dem Menschen mit Armutserfahrung gemeinsam mit Fachpersonen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Der Rat vertritt die Interessen von armutsbetroffenen und-gefährdeten Personen gegenüber Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und der Öffentlichkeit.

Ziel: Mehr Mitbestimmung

Ziel des Rates ist es, dass das Wissen und Interessen von armutserfahrenen Personen in politische Prozesse und Entscheidungen einfliessen. Er fördert, dass Armutspolitik nicht nur über, sondern mit den betroffenen Menschen gestaltet wird. Der Rat bringt seine Stellungnahmen und Positionen zu Fragen und Massnahmen der Armutsprävention und -bekämpfung ein und stärkt so die politische Teilhabe von Menschen mit Armutserfahrung.

Beteiligte: Wissen zusammenbringen

Im Rat beteiligt sind einerseits Menschen, die selbst Armutserfahrung haben. Andererseits wirken auch Fachpersonen aus der Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft beratend mit. Damit bildet der Rat eine Brücke zwischen Erfahrungswissen und Fachwissen. Damit können wirksame Lösungen für die Armutsprävention und -bekämpfung entwickelt werden.

Organisation

Der Rat ist unabhängig und in Form eines Vereins organisiert. Er ist auf nationaler Ebene aufgestellt und aktiv.

Hintergrund

Vor 2022

Menschen mit Armutserfahrung und ihre Betroffenenorganisationen fordern wiederholt eine Vertretung ihrer Interessen und eine Stimme in der Politik.  Eine im Rahmen der Nationalen Plattform gegen Armut durchgeführte Studie zeigt, dass Beteiligungsprojekte in der Schweiz bislang punktuell auf lokaler Ebene stattfinden. Es wird ebenso festgestellt, dass die positiven Wirkungen der Partizipation insbesondere in kontinuierlichen und festen Strukturen zum Tragen kommen. Vor diesem Hintergrund initiiert die Nationale Plattform gegen Armut einen partizipativen Entwicklungsprozess, um die konzeptionelle Grundlage für eine dauerhafte Beteiligungsstruktur in der Schweiz zu schaffen.

2022-2024

In einem breit abgestützten Verfahren wirken über 50 armutserfahrene Personen aus der ganzen Schweiz in Feedbackgruppen, Workshops und Sitzungen mit, begleitet durch ein interdisziplinäres Team. Ergänzend wirken Fachpersonen aus Politik, Verwaltung, Sozialer Arbeit und Wissenschaft beratend mit. Durch diese breite Beteiligung erhalten Prozess und Resultat inhaltliche Tiefe, demokratische Legitimität und eine hohe institutionelle Anschlussfähigkeit. Ergebnis des Prozesses ist der konkrete Vorschlag für einen Rat für Armutsfragen.

2025-2026

Im Dezember 2024 nimmt der Bundesrat vom Vorschlag Kenntnis. In seinem Bericht bezeichnete er Partizipationsmöglichkeiten für Betroffene als eines von vier zentralen Elementen der Bestrebungen auf nationaler Ebene, die Armutspolitik zu verbessern. Die Nationale Plattform gegen Armut soll den Aufbau eines Rates bis zum Start der Pilotphase 2026 koordinieren.

Konzepte und Dokumente zur Pilotphase

Konzept für die Pilotphase 2026 - 2028

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Abstract Pilotphase 2026 - 2028

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Gesamtbericht Rat für Armutsfragen
Wie können armutserfahrene Personen mit ihrer Erfahrungsexpertise dauerhaft in die Schweizer Armutspolitik einbezogen werden und mitwirken?

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